DANKESCHÖN!

 

 

 

 

Liebe Entscheidungsträgerinnen,
liebe Entscheidungsträger

Betrachten wir die ganze Sache einmal nüchtern: In Wahrheit sind es doch Sie, die die ganze Sache schaukeln, und die dann auch zur Verantwortung gezogen werden. Ob im Wissenschaftsbetrieb, in Kulturstätten, in der Privatwirtschaft, im Öffentlichen Dienst oder wo auch immer, Sie, die EntscheidungsträgerInnen sind es, die den Karren ziehen. Natürlich muss man immer auch die MitarbeiterInnen loben, und auch Geldgeber haben ihren Anteil am Erfolg. Aber wenn es hart auf hart geht, wenn die Karre im Dreck steckt, wer stemmt sich dann ins Geschirr und bringt das Ganze wieder zum Laufen? Genau, Sie, die EntscheidungsträgerInnen. Daher möchte ich genau hier, wo soviel geschimpft und gejammert wird, einmal ein herzliches Dankeschön an unsere EntscheidungsträgerInnen senden:

DANKESCHÖN!

Sie sind die Fuhrrösser, ohne die in unserer Gesellschaft nichts weiterginge. Aber so ein braves Ross will ja auch gelenkt werden. Denn all die Anstrengung wäre vergebens, wenn es kein Geschirr gäbe, in das es sich stemmen kann. Es kommt auch auf das richtige Zusammenspiel von Brustblatt, Zugstränge, Halsriemen, Schweifmetze und Kammdeckel an. Erst durch diese wird die Anstrengung des Pferdes in Bewegung umgesetzt.

Sehen Sie, liebe EntscheidungsträgerInnen, und genau so ein Riemen ist auch die Frauenquote. Sie hilft mit, dass der Karren, den Sie so tapfer ziehen, nicht auf Abwege gerät oder gar im Graben landet. Denn rohe Kraft ohne Zügelung ist ein gar gefährlich und zerstörerisches Ding.

Andi Wahl, Bau- und Kulturarbeiter, Autor und Kulturaktivist (liest auf dem Klo heimlich die Wendy-Zeitschrift seiner Tochter)