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Wie viele Männer,
wie viele Frauen? Es wird gezählt, Anteile werden gerechnet, Prozentsätze
in Tortendiagrammen dargestellt. In gesellschaftlich angesehenen und vor
allem gut bezahlten Bereichen ergibt die Zählung, dass Frauen im
Verhältnis zu ihrem Gesamtanteil an der Bevölkerung unterrepräsentiert
sind, weniger Frauen als Männer: im Parlament, in den Chefetagen
der Medien nur hie und da eine Chefredakteurin, die Herausgeberinnen müssen
mit der Lupe gesucht werden, an den Universitäten bleiben die Professoren
nahezu unter sich und erst jüngst wurde und das erst in der zweiten
Runde erstmal eine Frau an einer österreichischen Universität
Rektorin. Eine Direktorin der Wiener Staatsoper, eine Direktorin am Wiener
Burgtheater, oder gar eine Sprecherin der Wiener Philharmoniker? Dort
wo es kaum gesellschaftliche Anerkennung und vor allem niedrige Löhne
und Gehälter und prekäre Arbeitsbedingungen gibt, dort sind
die Frauen in der absoluten Mehrheit, zum Beispiel die im Handel beschäftigt
sind. Alles bekannt, nichts Neues, kaum Änderungen.
Die Quote soll da Abhilfe schaffen, halbe/halbe, zur Hälfte Frauen,
zur Hälfte Männer. Gefordert wird die Quote in der Regel für
die Bereiche in denen Frauen unterrepräsentiert sind, seltener bis
gar nicht, dort wo sie überrepräsentiert sind. Wer fordert schon
die Männerquote für Handelsangestellte, wer fürs Pflegepersonal?
Oder wer fordert sie bei Kindergärtnerinnen und Volkschullehrerinnen?
Bei der Quote geht es darum, dass gleich viele Männer wie Frauen
repräsentiert sein soll – bei gleicher Qualifikation selbstverständlich,
wie es da und dort so schön heißt, sind Frauen bevorzugt auszuwählen
– so lange bis die jeweilige Quote, mal 40 mal 50 Prozent erfüllt
ist. Prinzip ist also ausschließlich, dass bei der Auswahl, bei
der Wahl oder wie immer der Entscheidungszusammenhang ist, nach biologischem
Geschlecht vorzugehen ist – sex-mainstreaming. Nein, nein, wenden
BefürworterInnen der (Frauen)Quote ein, klar geht es auch um die
Qualität, ein Argument, das aber auch die GegnerInnen bemühen.
Weil es um die Qualität ginge, könne nicht nach dem Geschlecht
entschieden werden, wird es dann aber in der Regel, also für den
Mann: das sind dann die Quotenmänner, die es ungezählt gibt,
aber nicht als solche denunziert werden, wie die Quotenfrauen. Qualität
hat aber mit Quote so oder so genau nichts zu tun. An die Stelle der Forderung
nach Einführung einer Frauenquote sollte vielmehr die Abschaffung
der existierenden Männerquote stehen, denn die Männer werden
aufgrund ihres Geschlechts permanent bevorzugt, weil so viele besser qualifizierte
Männer kann es ja gar nicht geben.
Eva Blimlinger, KunsthistorikerIn

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