Statement der Bundesministerin Doris Bures
zum Thema Frauenquote

 

 

 

 

Als Frauenministerin ist mir die gerechte Teilhabe der Frauen am wirtschaftlichen, sozialen und politischen Leben ein besonderes Anliegen. Meine inhaltlichen Schwerpunkte - Maßnahmen gegen Frauenarmut, die Flexibilisierung des Kinderbetreuungsgeldes und der Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen zur
besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie der Kampf gegen Gewalt an Frauen - sehe ich hier als wesentlichen Beitrag.

Nach wie vor sind Frauen nicht entsprechend ihrem Anteil an der Bevölkerung auch an Macht und Einkommen der Gesellschaft beteiligt. Daher müssen Mittel und Wege geschaffen bzw. genutzt werden um dieses Missverhältnis zu korrigieren. Der öffentliche Dienst, für den ich als Ministerin auch zuständig bin, nimmt hier eine Vorreiterrolle ein. Bei gleicher Qualifikation werden Frauen im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens Männern, bis zur Erreichung eines Anteils von 40 Prozent, vorgezogen.

Auch in der Politik haben sich Quoten bewährt. Hier ist es gelungen, die Zahl von Frauen in Entscheidungspositionen wesentlich zu erhöhen. Ausschlaggebend ist hier der tatsächliche Wille zur Veränderung, ohne den es sonst oft bei bloßen Lippenbekenntnissen bleibt.

Quotenregelungen erfahren dort ihre Grenzen, wo deren Einhaltung nicht verlässlich kontrolliert werden kann oder Sanktionen unverhältnismäßige Härten nach sich ziehen würden. In der Privatwirtschaft gilt es die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, um Frauen die gleichberechtigte Teilhabe am Erwerbsleben zu ermöglichen. Transparenz, verstärkte Anreizsysteme und Gender Budgeting sollen vermehrt genutzt werden, um zum Ziel der Gleichstellung der
Geschlechter beizutragen.

Frauen leisten auch im Bereich der Kunst und Kultur Hervorragendes. Vielfach sind die Rahmenbedingungen jedoch zu Ungunsten von Frauen ausgestaltet. Hier gilt es gemeinsame Anstrengungen zu unternehmen um eine paritätische Verteilung der Geschlechter zu erreichen.

Quoten stellen somit einen Teilaspekt einer gelebten Gleichstellungspolitik dar. Ich sehe sie als eine Strategie, um Ungleichheiten ausgleichen zu können. In Bereichen, wo Quoten kein erfolgversprechendes Mittel darstellen, sind die Veränderung von Rahmenbedingungen verbunden mit Frauenförderprogrammen und kontinuierlich zu
leistender Überzeugungsarbeit ein anderer Weg.

Statement von Bundesministerin Doris Bures zum Thema Frauenquote
für den Verein FIFTITU% -Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst und Kultur in OÖ