JKU für Q-Quote

 

 

 

 

Eines sei vorweg gesagt: Die quantitative Erfüllung einer pauschalen Quote im wissenschaftlichen, wie auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen macht aus unserer Sicht wenig Sinn – sie schadet den scheinbar Auserwählten mehr, als sie nutzen kann.

Historisch bedingte Ungleichheit kurzfristig über die Erfüllung mathematischer Grundregeln von 50:50 ausgleichen zu wollen, ist kritisch zu sehen, denn: Das Geschlecht allein soll kein Auswahlkriterium sein – die Wissensgesellschaft und damit insbesondere die Universität fördert Exzellenz unabhängig von Geschlechtszugehörigkeit.

Aber selbstverständlich ist es ihr erklärtes Ziel, die Repräsentanz von Frauen in Entscheidungs- und damit Gestaltungspositionen aktiv zu erhöhen. Die existierende Unterrepräsentanz weiblicher Führungskräfte besonders im wissenschaftlichen Bereich ist ein Faktum. Daher wird in der Scientific Community wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen das Thema Frauenquote natürlich kontrovers diskutiert.

Rechtlich sind Quotenregelungen seit der Convention of the Elimination of All Forms of Discrimination Against Women (CEDAW) im internationalen Recht anerkannt. In Österreich stellen die Bundesverfassung, das Bundes-Gleichbehandlungsgesetz (B-GIBG) und das Universitätsgesetz 2002 die rechtliche Grundlage für das Arbeitsfeld Frauenförderung an Universitäten dar. Die Instrumentarien der Frauenförderungspläne, der Arbeitskreise für Gleichbehandlungsfragen und der spezifischen Koordinationsstellen zur Frauenförderung
geben nicht nur die Möglichkeit, sondern sind eine gesetzliche Verpflichtung strukturell aktiv zu werden.
Wir stehen klar für eine qualifikationsabhängige Quote, d.h. Frauen sollen bei gleicher Qualifikation bevorzugt aufgenommen werden, denn: Das Ziel der JKU ist es, in allen Bereichen der Unterrepräsentanz Frauen gezielt zu fördern.

Frauen leisten in unserer Gesellschaft auf unterschiedlichsten Ebenen hervorragende Arbeit, historisch erst seit gut hundert Jahren an den Universitäten in Österreich zugelassen, liegt ein herausfordernder Weg noch vor uns.
Durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit engagiert sich die JKU, mehr Frauen in der Wissenschaft als Vorbilder aufzuzeigen, um für junge Nachwuchskräfte auch auf dieser Ebene Anreize zu setzen.
Abgesehen von individueller Exzellenz ist unser Ziel die Teamexzellenz weiter auszubauen - dazu benötigt nicht nur die Universität sondern die Gesellschaft insgesamt besonders motivierte Menschen - Frauen und Männer.


Rektor o.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Richard Hagelauer
Vizerektorin Univ.-Prof.in Dr.in Gabriele Kotsis